Am 8. Juli 2025 wurde der Musikverein Rehringhausen e.V. 75 Jahre alt. Eine gute Gelegenheit, sich einmal mit der bewegten der Geschichte des Vereins zu beschäftigen:
Die Anfänge
Im Jahr 1950 bestand in Rehringhausen bereits seit längerem der leistungsfähige Gesangverein "Cäcilia". Schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts existierte im Dorf auch der Wunsch, eine eigene Musikkapelle zu besitzen. Die treibenden Kräfte waren diejenigen rehringhausener Männer, die als aktive Musiker im benachbarten Musikverein Kleusheim mitwirkten.
Als sich lange Zeit vor dem späteren Gründungsdatum in Brachthausen ein Musikverein auflöste, waren es Rehringhauser, allen voran Adolf Ohm, die die Instrumente erwerben wollten. Leider kam man aber zu spät; die Instrumente waren schon verkauft. Die Anschaffung neuer Instrumente scheiterte damals an den hohen Kosten.
Jahrzehnte gingen ins Land, aber der Wunsch nach einer eigenen Kapelle blieb.
Im Jahre 1950 sollte endlich der Wunsch Erfüllung finden. Durch den Tod des damaligen Jagdpächters wurde die Jagd frei und sollte durch eine öffentliche Ausschreibung neu vergeben werden. Werner Wylach, wollte gern die ihm gut bekannte Jagd pachten. Zwei Rehringhauser Waldarbeiter, Theodor Hengstebeck und Karl Kubiak, hielten nun die Stunde für gekommen, eine eigene Musikkapelle zu gründen. Sie wandten sich an den Jagdvorsteher und Bürgermeister Philipp Brüggemann, Werner Wylach doch zu bitten, im Falle der Übertragung der Jagdrechte, Instrumente zur Errichtung einer Blaskapelle zur Verfügung zu stellen. Durch einstimmigen Beschluss der Jagdgenossenschaft des Dorfes wurde Herrn Wylach die Jagdnutzung für neun Jahre zugesprochen. In großzügiger Weise schenkte der neue Pächter aus Freude über diesen einstimmigen Beschluss den Grundbesitzern Instrumente zur Errichtung einer Musikkapelle.
Die Freude war groß und Bürgermeister Brüggemann schlug Herrn Wylach vor, den ehemaligen Militärmusiker und langjährigen Dirigenten des Männergesangvereines "Cäcilia", Adolf Ohm, zu bitten, das Amt des Kapellmeisters zu übernehmen. Werner Wylach und Adolf Ohm beratschlagten sodann miteinander und schritten zum Kauf der erforderlichen Instrumente. Nach Abschluss des Jagdpachtvertrages stand der Übernahme der Instrumente durch den zu gründenden Musikverein nichts mehr im Wege.
Man schritt daher am 8. Juli 1950 zur Gründung des Vereins. Die Räume der Wirtschaft Nies waren von jungen und alten Männern des Dorfes voll besetzt. In der Gründungsversammlung, die von Bürgermeister Brüggemann geleitet wurde, kam man zur Gründung des Vereins und zur Wahl des Vorstandes. Einstimmig wurde in dieser Versammlung Georg Püttmann als Vorsitzender, der Lehrer des Dorfes Franz Ostermann als Schriftführer und Paul Ohm, späterer Mitinhaber der Fa. Ohm & Häner in Dahl, als Kassierer gewählt. Außerdem traten in der Versammlung 38 Männer dem Verein als sog. "Gründungsmitglieder" bei. Als Kapellmeister wurde Adolf Ohm einstimmig gewählt.
Der Verein war nunmehr gegründet, die Instrumente besetzt und die Proben konnten in den Räumen der hiesigen Schule beginnen.
Die Auswahl an musikalisch begabten Personen war in so kleinen Orten wie in Rehringhausen nicht sonderlich groß, zumal es hier auch an musikalischer Tradition fehlte. Auch ist in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass jedes aktive Mitglied sein eigenes Instrument selbst erlernen musste, ohne dass auf die Unterstützung und den Unterricht durch fachlich ausgebildete Musiker oder gar Musiklehrer Rückgriff genommen werden konnte, weil dazu das Geld und die Gelegenheit fehlte. Aus heutiger Sicht kann man den ersten aktiven Musikern nicht genügend Hochachtung zollen, dass sie es dennoch mit viel Geduld, Begeisterung und Leidenschaft geschafft haben, im Laufe der Jahre eine musikalische Einheit zu formen und einen Klangkörper zu bilden, mit dem dann nicht nur im Dorf sondern auch über die Grenzen des Dorfes hinaus den Zuhörern Musik der verschiedensten Couleur dargeboten werden konnte. Bis es jedoch soweit war, lag noch ein langer und steiniger Weg vor den ersten aktiven Mitgliedern der Kapelle.
Jeder Verein braucht ein Statut bzw. eine Satzung in der er sich Ziel und Zweck vorgibt. In der ersten Satzung wurde der Name des Vereins mit "Bläserchor Rehringhausen" festgelegt. Ziel und Zweck des Vereins wurde wie folgt verankert: "Zweck des Vereins ist die Pflege geistlicher und weltlicher Musik zur Förderung unseres dörflichen Gemeinschaftslebens. Mittelpunkt unseres Dorflebens ist unser Kirchlein auf stolzer Bergeshöhe, also unser religiöses Leben im Laufe des Kirchenjahres. Umgeben ist unser Kirchlein von Bergen und Tälern, Wäldern, Wiesen und Feldern, also von unserer täglichen Arbeit in Wald und Tal, in Wiese und Feld innerhalb des Jahresablaufes. Dieses geistliche wie weltliche Leben, das seine Höhepunkte in Fest- und Feiertagen des Kirchenjahres sowie im Verlaufe des bürgerlichen Jahres hat, will der Bläserchor in Gemeinschaft mit den schon bestehenden kirchlichen und weltlichen Vereinen, insbesondere aber mit dem Männergesangverein "Cäcilia", durch Musik ausgestalten und fördern."
Die 1950er Jahre
Nach einem ersten inoffiziellen am sogenannten „Spritzenhäuschen" dargebotenen Choral („Oh heilge Seelenspeise") und zwei Geburtstagsständchen zu Ehren des Kapellmeisters Adolf Ohm und des Ehrenvorsitzenden Werner Wylach hatte der Bläserchor Allerheiligen 1950 den ersten öffentlichen Auftritt, wozu es in den Niederschriften wörtlich wie folgt heißt: "Allerheiligen 1950 war wie alljährlich die Segnung der Gräber des hiesigen Friedhofes. Nachdem in feierlicher Prozession die Gläubigen den Friedhof erreicht hatten, leitete der Bläserchor die Feier mit dem Liede: "Wie sie so sanft ruhen" ein. Nach einem Chor des Männergesangvereines sprach der Herr Pfarrer die üblichen Gebete und hielt dann eine Predigt. Den Abschluss der Feier bildete: "Harre meine Seele", vorgetragen vom Bläserchor. An diesem Tag trat erstmalig der Bläserchor öffentlich auf und fand starke Beachtung und eine gute Kritik".
Aus dem ersten Jahresbericht ist zu entnehmen, dass der Verein mittlerweile 53 Mitglieder zählte und dass die Kapelle in den fünf Monaten ihres Bestehens drei Auftritte hatte. In der nachfolgenden Zeit übte die Kapelle fleißig weiter. Unter der fachkundigen Leitung des Kapellmeisters Ohm waren auch gute Fortschritte zu verzeichnen.
Dass auch damals schon trotz aller Ernsthaftigkeit des Bemühens um Verbesserung der musikalischen Qualität teilweise Ausgelassenheit und Frohsinn im Verein und im Dorfe beheimatet waren, und dass damals wie heute zeitweilig die Jugend im Dorfe auf Grund ausgelassener Stimmung und purer Lebensfreude zu spontanen „Sonderauftritten" neigte, zeigte u.a. der Veilchendienstag im Jahre 1951 bzw. die darauf folgende Nacht zum Aschermittwoch. Hierzu heißt es in den Niederschriften zu einer Vorstandssitzung: "Erster Punkt der Tagesordnung war Stellungnahme zu dem nächtlichen Trommeln am Aschermittwoch. Seitens des Bläserchores war der Dorfjugend zu den Fastnachtsveranstaltungen die kleine und große Trommel zur Verfügung gestellt worden und zwar unter dem besonderen Hinweis, diese nicht zur nächtlichen Stunde auf der Straße zu benutzen. Dieser Hinweis wurde wie auch in anderen Fällen nicht beachtet. (...) Alle Vorstandsmitglieder waren sich über die Ungehörigkeit der nächtlichen Ruhestörung einig (...)."
Nachdem die Kapelle im Jahre 1951 – noch ohne Ausstattung mit Uniformen – anlässlich einer Einladung von Herrn Pastor Hesse in Jakobsberg an der dortigen Prozession teilnahm, wurden im Jahre 1953 die ersten Uniformen des Vereins beschafft. Um die allgemeine wirtschaftliche Lage der damaligen Zeit hier noch einmal festzuhalten und den Idealismus und die Opferbereitschaft der Aktiven aufzuzeigen, sei hierzu das Protokoll zitiert: "Die finanziellen Mittel des Vereins reichen für die Beschaffung der Uniformen nicht aus. Zu jedem Uniformrock gibt der Verein 10,00 DM. Die aktiven Mitglieder verpflichten sich, 75,00 DM innerhalb eines Jahres selbst zu zahlen und außerdem eine schwarze Hose zu stellen. Zur Erleichterung der Finanzierung ist eine Kleiderkasse eingerichtet, in die schon jetzt angespartes Geld eingezahlt werden kann. Der Verein verpflichtet sich, je nach Kassenlage, die vorgelegten Beträge an die einzelnen Musiker zurückzuzahlen".
Da die Leistungen der Kapelle gute Fortschritte machten, trat der Verein im Laufe der nächsten Jahre auch außerhalb des Ortes auf. So der erste Auftritt vor auswärtigem Publikum beim 30-jährigen Stiftungsfest des Musikvereins Rahrbach im Jahre 1954. Dort führte die Kapelle im Gesamtchor der Gastvereine das von Beethoven komponierte Stück "Die Himmel rühmen" und als Einzeldarbietungen die Ouvertüre "Mignonette" und die "Grundelpolka" auf.
Im Jahre 1959 wurde der Name des Vereins in "Musikverein Rehringhausen" geändert.
Die 1960er Jahre
In den nachfolgenden Jahren trat die Kapelle bei den verschiedensten Anlässen auf, sei es bei Prozessionen, bei Waldfesten, Ständchen und stellte zudem auch bei verschiedenen Schützenfesten die Festmusik, erstmals auf dem Schützenfest in Neger im Jahre 1962. Die Auftritte gelangen mit wechselndem Erfolg. Der Eifer, mit dem man begonnen hatte, hatte bei manchem Aktiven zunächst nachgelassen. Die Folge davon war, dass mehrere aktive Musiker aus der Kapelle austraten. Es mussten neue Kräfte gesucht und ausgebildet werden. Bei den Jugendlichen waren oftmals andere Interessen vorhanden. Die sog. "moderne" Musik, Rundfunk und Fernsehen steuerten ihren Teil dazu bei. Die mechanische Apparatemusik machte viele junge Menschen zu träge, selbst Musik zu machen.
Die Nachwuchsfrage besserte sich erst, als die Söhne von aktiven Musikern alt genug wurden, in die Kapelle einzutreten.
Im Herbst 1965 legte nach 15-jähriger Stabführung der Kapellmeister Adolf Ohm sein Amt aus Altersgründen nieder. Die Gründung und der Aufbau des Bläserchores bzw. Musikvereins bleiben mit dem Namen des ersten Dirigenten untrennbar verbunden.
Als Nachfolger wurde der Musikkamerad Hubert Adam, ein Musiker aus den eigenen Reihen des Vereins, gefunden. Es war damals für den noch jungen Musiker gewiss keine leichte Aufgabe, dort fortzufahren, wo Adolf Ohm aufgehört hatte und mit seinen noch jungen Jahren einer Musikkapelle vorzustehen. Fleiß und Ausdauer gepaart mit fachlichem Können, waren die Voraussetzung dafür, dass unter seiner Führung in der Kapelle eine weiterhin stetige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen war. Vor allen Dingen hatte es ihm von Anfang an der Nachwuchs und dessen Förderung angetan. Er bemühte sich unermüdlich, den zehn- bis vierzehnjährigen Jungen und Mädchen die ersten Begriffe von Noten beizubringen und diese somit langsam in die Kapelle einzubauen.
Die 1970er Jahre
Einer der vielen Höhepunkte im Vereinsleben war in dieser Zeit unbestritten der Ausflug des Musikvereins nach Sondernau in die Röhn, wohin man sich im Oktober 1970 auf Einladung des Ehrenmitgliedes des Vereins, Herrn Pater Püttmann, begeben hatte. Dort gab die Kapelle nicht nur eine hervorragende musikalische Visitenkarte für ihn selbst und das Dorf Rehringhausen sondern auch ein Zeugnis des kameradschaftlichen Miteinanders für das intakte Vereinsleben ab.
Nachdem im Jahre 1969 die Anschaffung einer neuen Uniform in die Tat umgesetzt worden war, wurde der Verein 1972 Mitglied im Deutschen Volksmusikerbund e. V. Durch die Mitgliedschaft in dieser Vereinigung hat der Verein dazu beitragen wollen, dass auch die deutsche Volksmusik in Gänze erhalten und gefördert bleibt.
Der lange schon bekundete Wille, den Verein in das Vereinsregister einzutragen, wurde im Jahre 1973 verwirklicht.
Im Jahr 1974 nahm der Musikverein Rehringhausen erstmalig am großen Düsseldorfer Rosenmontagszug teil. Bis zum Jahr 1984 folgten elf weitere Teilnahmen.
Von der Übernahme des Vereins durch Hubert Adam als verantwortlicher Dirigent an bis zum vorgezogenen 25-jährigen Jubiläumsfest im Jahre 1974 waren es nur neun Jahre. In diesen neun Jahren hat der Musikverein jedoch sowohl in musikalischer als auch in personeller Hinsicht einen großen Fortschritt zu verzeichnen gehabt. Insbesondere gelang es Hubert Adam und dem gesamten Verein nunmehr auch mehr Jugendliche für das Vereinsleben zu begeistern und entsprechende Nachwuchsmusiker als Vereinsmitglieder zu gewinnen. Die ersten Früchte der unermüdlichen Nachwuchsförderung durch Hubert Adam konnten geerntet werden.
Auf Grund der Jubiläen im Jahre 1975 des Schützen- (75 Jahre) und Gesangsvereins (50 Jahre) zog der Verein das 25-jährige Jubiläumsfest um ein Jahr vor. Somit feierte der Verein am 18. und 19. Mai 1974 unter Mitwirkung von 18 Blaskapellen sowie dem örtlichen Männergesangverein und dem Männergesangverein Neger sein Musikfest. Dieses Musikfest stellte eine Herausforderung an den gesamten Verein dar. Viele Stunden der Vorbereitung und Organisation waren notwendig, um diese Großveranstaltung durchzuführen. Im Rückblick darf gesagt werden, dass das Musikfest einen überaus harmonischen Verlauf nahm und eine beeindruckende Demonstration der Blasmusik war.
Nach der Feier des 25-jährigen Jubiläums kehrte bald wieder der Alltag ein. Neben der Erfüllung des in der ersten Vereinssatzung gegebenen Auftrages, der Pflege geistlicher und weltlicher Musik zur Förderung des dörflichen Gemeinschaftslebens, galt es nunmehr Zukunftspläne und neue Perspektiven zu suchen, zu finden und die gesteckten Ziele zu erreichen.
Die nachfolgenden Jahre waren geprägt von einer sehr intensiven und erfolgreichen Vereinsarbeit. Die schriftlichen Aufzeichnungen der Jahresberichte sind ein beredtes Zeugnis für die Lebendigkeit des Orchesterlebens und berichten u. a. auch über viele gute zwischenmenschliche Beziehungen. Im Rahmen der kirchenmusikalischen Orchesterarbeit gestaltete der Musikverein neben den Gottesdiensten des Dorfes auch andernorts mannigfaltige kirchliche Veranstaltungen, insbesondere Prozessionen mit.
Da bis zum ersten Jubiläumsfest die Tanzmusik bei den Volksfesten, im Wesentlichen bei den Schützenfesten im heimischen Raum, von der gesamten Blaskapelle ausgeführt worden war, war es schon lange der Wunsch der aktiven Musiker, aus ihren Reihen ein Tanzbesetzung moderner Formation zu bilden. Nach intensiver Probenarbeit konnte in der Besetzung von fünf Saxophonen, fünf Trompeten, einer Tuba, einem Schlagzeug und drei Posaunen beim Chorfest des hiesigen Männergesangvereins im Jahr 1975 der erste öffentliche Auftritt der neu gebildeten Tanzbesetzung verzeichnet werden. Maßgebenden Anteil an diesem Erfolg hatte nicht zuletzt der Kapellmeister Hubert Adam, der neben seinen Aufgaben als Dirigent auch der Tanzkapelle als Saxophonist und "Bandleader" angehörte und sich in uneigennütziger Weise auch in dieser Aufgabe für den Verein einbrachte.
Die Vereinstätigkeit der nachstehenden Zeit konzentrierte sich im Wesentlichen neben den Verpflichtungen im örtlichen Bereich auf die Übernahme der musikalischen Gestaltung von Volks-, Schützen-, Sänger- und Waldfesten, zumal es galt, einen finanziellen Grundstein für die anstehende Erneuerung der Uniformen und die immer wieder notwendige Modernisierung der Tanzmusik mit ihren sehr kostenintensiven und teuren technischen Instrumenten zu schaffen.
Im Jahr 1976 erfolgte die Einweihung der neuen Orgel in der Kirche in Rehringhausen mit Einführung der Ehrenmitglieder Pater Bernhard Hoberg und Probst Peter Hoberg als Ortsgeistliche.
Im Jahre 1979 nahm der Musikverein erstmals an einem Kritikspielen in Grevenbrück teil und konnte sich über einen zweiten Platz in der Kategorie Mittelstufe freuen.
Die 1980er Jahre
Beim Musikfest in Bamenohl im Jahr 1982 wurde erstmalig die neue und damit dritte Uniform getragen, die dann kurze Zeit später anlässlich des Auftrittes beim Feuerwehrfest in Olpe eine erste "Feuer"- bzw. besser "Wasser"-Probe zu bestehen hatte. Bei strömendem Regen marschierte der Verein mit Marschmusik und ausgestattet mit den neuen Uniformen durch die Stadt.
Das Ereignis des Jahres 1985 war für die Musiker der Ausflug des Vereins an die Mosel nach Minheim. Dieser Ausflug im späten Herbst machte noch einmal ganz deutlich, dass es für die Qualität eines Musikvereins nicht ausschließlich auf seine musikalischen Fähigkeiten ankommt, sondern dass hierfür auch das gesellige und kameradschaftliche Miteinander aller Vereinsmitglieder von entscheidender Bedeutung ist. Auch musikalisch war der Ausflug an die Mosel ein voller Erfolg: Anlässlich des traditionellen Erntedankfestes veranstaltete der Musikverein Minheim ein großes Fest, in dessen Mittelpunkt der musikalische Vortrag der drei Vereine aus Minheim, Ottenstein und Rehringhausen stand. Was dann folgte, kann als eine "Sternstunde" des Vereins bezeichnen. Wer diesen Vortrag dort gehört hat, wer den Klängen aus Verdis Werken gelauscht, dem zackigen Vortrag des Florentinermarsches Beifall gespendet und zu der Melodie des Egerländer Marsches mitgesungen hat, dem ist sicher nicht um die Zukunft unseres Vereins bange.
1986 schied Hubert Adam, bis dahin seit 31 Jahren Vereinsmitglied und seit 20 Jahren Kapellmeister, auf eigenen Wunsch aus der aktiven Kapelle aus und trat als Kapellmeister zurück. Hubert Adam hat sich nicht nur als aktiver Musiker und späterer Kapellmeister, sondern auch insbesondere in der Ausbildung junger Musiker um den Verein sehr verdient gemacht. Gerade in der damaligen von Schnelllebigkeit geprägten Zeit hat er es immer wieder verstanden, junge Menschen als Musiker für den Verein zu gewinnen und zu begeistern. Nicht zuletzt sein Verdienst ist es gewesen, dass die Kapelle insbesondere in der Zeit zwischen dem 25-jährigen und 40-jährigen Jubiläum eine deutliche Verjüngung erfahren hat.
Bereits kurze Zeit später war es dann gelungen, Reinhard Christes aus Brachthausen/Wirme als neuen Kapellmeister zu verpflichten. Seine dynamische Art, seine intensive und gezielte Probenarbeit haben die Leistungsstärke des Orchesters schon in den ersten Monaten und Jahren seit der Übernahme entscheidend geprägt und den Musikverein Rehringhausen weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus bekannt gemacht.
Ereignisreichster Monat im Jahr 1988 war der Oktober. Nachdem die Kapelle anlässlich der Renovierung der Kirche zusammen mit den Männergesangvereinen aus Wenden und Rehringhausen den "Ambrosianischen Lobgesang" zu Ehren Gottes in dem wunderschön renovierten Rehringhauser Gotteshaus aufführen durfte, hieß es dann schon vier Tage später "Auf geht’s Buan". An diesem Wochenende ging es dann mit zwei Bussen zu einem dreitägigen Ausflug in Richtung der Alpen. Im Österreichischen Zillertal hatte der Musikverein dann in dem kleinen Ort Hippach seinen ersten Auslandsauftritt. Auch dieser Auftritt sowie der gesamte Ausflug wurde für alle Mitfahrer zu einem unvergesslichen Erlebnis und hat erneut dazu beigetragen, die Gemeinschaft und Kameradschaft im Verein zu steigern.
Die 1990er Jahre
Im Jahre 1990 fand dann vom 18. bis zum 20. Mai das zweite große Jubiläumsfest des Vereins statt. Der Musikverein hatte das Glück, anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums das Kreismusikfest ausrichten zu dürfen. Zusammen mit zahlreichen Gastvereinen feierte man drei Tage voller Harmonie, hervorragender musikalischer Leistungen und auch – und das nicht zuletzt – in ansteckender Gesellig- und Fröhlichkeit. Höhepunkt des ersten Abends war sicherlich der Auftritt der Chorgemeinschaft Männerchöre Bilstein, Wenden und Rehringhausen zusammen mit dem Musikverein, bei welchem erneut der "Ambrosianische Lobgesang" und der "Gefangenenchor" aus der Oper Nabucco zu Gehör gebracht werden konnte. Die ca. 130 Sänger und etwa 40 Musiker rissen die Besucher des voll besetzten Festzeltes zu lang anhalten Beifallstürmen hin. Sowohl die an den nächsten beiden Tagen nachfolgenden Sternmärsche zum Festzelt bei strahlendem Sonnenschein als auch die konzertanten Vorträge der Gastvereine waren wahrlich eine Werbung für die heimische Blasmusik. Im Nachhinein kann das Kreismusikfest 1990 für den Verein und das gesamte Dorf als perfekte Werbung in eigener Sache bewertet werden, was nur durch die Mithilfe aller Vereinsmitglieder und der gesamten Dorfbevölkerung gelingen konnte.
Auch in den neunziger Jahren gelang es dem Verein und seinen Mitgliedern, stetig und kontinuierlich die musikalische und personelle Entwicklung voranzutreiben. Im Jahre 1991 wurde der Verein erstmals bei einem Fußballländerspiel aktiv. Anlässlich des EM-Qualifikationsspieles der U 21-Nationalmanschaften aus Deutschland und Luxemburg lag es in den Händen bzw. in den Instrumenten der Musiker aus Rehringhausen, vor dem Anpfiff die Nationalhymnen der beiden teilnehmenden Verbände zu intonieren. Außerdem sorgte die Kapelle noch während der Halbzeitpause bei strömendem Regen für die musikalische Unterhaltung der Fans.
Erwähnenswert ist der Ausflug des Musikvereins vom 1. bis zum 3. Mai 1992 nach Twistringen bei Bremen, wo man auf die Einladung des dortigen Spielmannszuges dessen 20-jähriges Jubiläum musikalisch mitgestaltete. Auch heute noch bestehen freundschaftliche Verbindungen zwischen den beiden Vereinen, was wieder einmal die verbindende Kraft der Musik und des Vereinslebens belegt.
Im Jahre 1994 war einer der Höhepunkte die erstmalig vom Musikverein, vom Gesangverein und vom – leider viel zu früh verstorbenen - Vereinswirt Alfred Nies veranstaltete "Köhlerwoche". Diese fand statt in der Zeit vom 28. Juli bis zum 7. August 1994. Während dieser Veranstaltung, die vom Verkehrsverein Olpe angeregt worden war, wurde ein Holzmeiler abgebrannt.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war für den Verein der Ausflug nach Marktoberndorf im Allgäu in der Zeit vom 1. bis zum 3. Oktober 1994.
Erstmals wurde in diesem Jahr am 9. März 1996 ein Winterkonzert in Listerscheid veranstaltet, welches zusammen mit den Männergesangvereinen Rehringhausen und Listerscheid sowie dem Spielmannszug der freiwilligen Feuerwehr Listerscheid, mit welchem den Verein eine langjährige intensive Freundschaft verbindet, durchgeführt wurde. Die Kapelle hatte sich intensiv auf diesen Auftritt vorbereitet und konnte mit den Darbietungen sehr zufrieden sein. Da auch die im Anschluss zum Tanz aufspielende Tanzmusik des Vereins sehr gut ankam, war die Veranstaltung ein voller Erfolg und man nahm sich fest vor, auch in den nächsten Jahren solche Konzertveranstaltungen an wechselnden Orten durchzuführen.
In nüchternen Zahlen aufgeführt stellte sich das Jahr 1996 wie folgt dar: Fünf Schützenfeste, vier Ständchen, etwa 50 Proben, zwei Prozessionen sowie diverse Auftritte im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen und einige gesellige Zusammenkünfte der Musiker. Erfreulich war insbesondere auch die Tatsache, dass dem Verein am Ende des Jahres 1996 153 Mitglieder angehörten, wovon 41 Musiker aktiv tätig waren.
Am 30. November 1997 feierte der Dirigent des Musikvereins Reinhard Christes in Brachthausen beim dortigen Musikzug sein 25-jähriges Jubiläum als Dirigent. Aus diesem Anlass fand in der Schützenhalle in Brachthausen ein Konzert statt, an dem neben dem dortigen Musikverein auch die Rehringhauser Musiker mitwirken durften. An dieser Stelle sei nochmals hervorgehoben, welchen großen Anteil Reinhard Christes in den letzten 14 Jahren an der musikalischen Entwicklung des Musikvereins Rehringhausen genommen hat.
Im Jahre 1999 musste der Musikverein leider einige traurige Verpflichtungen erfüllen. Neben den langjährigen aktiven Mitgliedern der Kapelle Robert Ohm, Josef Schnüttgen und Willi Nies, starb 1999 auch der Vereinswirt Alfred Nies. In den bis dato 50 Jahren des Bestehens des Vereins war er immer ein guter Freund, Gönner und insbesondere ein verständnisvoller Wirt.
Am Ende des 20. Jahrhunderts verfügt der Verein über 156 passive und 43 aktive Mitglieder.
Die 2000er Jahre
Die Jahre 2000 bis 2009 waren für den Musikverein Rehringhausen von wichtigen Jubiläen, musikalischen Erfolgen, einer intensiven Nachwuchsarbeit sowie einer kontinuierlichen Weiterentwicklung geprägt. Gleichzeitig festigte der Verein seine Rolle als kultureller Mittelpunkt des Dorflebens und baute seine überregionalen Kontakte weiter aus.
Zu Beginn des Jahrzehnts wurde das Ehrenmitglied und letzte aktive Mitbegründer des Vereins, Ludwig Hoberg, für 50 Jahre Mitgliedschaft und sein langjähriges Engagement als Vorsitzender mit der Goldenen Ehrennadel des Volksmusikerbundes ausgezeichnet. Das ursprünglich für das Jahr 2000 geplante 50-jährige Vereinsjubiläum wurde aus Rücksicht auf die Jubiläumsaktivitäten anderer Ortsvereine um ein Jahr verschoben.
Im Jahr 2001 feierte der Musikverein schließlich sein 50-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Musikfest. Zahlreiche Musikvereine, Spielmannszüge und Schützenvereine nahmen an Sternmärschen, Konzerten und Festveranstaltungen teil. Das Jubiläum wurde zu einem großen Erfolg und unterstrich die enge Verbundenheit des Vereins mit den benachbarten Musik- und Traditionsvereinen. Darüber hinaus begann mit dem Start der vereinseigenen Homepage eine neue Phase der Öffentlichkeitsarbeit. Die Internetseite bot Informationen über Vereinsleben, Termine, Jugendarbeit sowie den direkten Kontakt zu den Vereinsmitgliedern.
Das Jahr 2002 stand ganz im Zeichen europäischer Begegnungen. Beim „Musikexpress“ in Gleidorf trafen die Rehringhausener Musiker auf eine schottische Blaskapelle. Wenig später folgte eine Konzertreise nach Gif-sur-Yvette bei Paris. Gemeinsam mit Chören aus Deutschland, Frankreich und England gestaltete der Musikverein mehrere Konzerte. Der gemeinsame Auftritt mit der Europahymne symbolisierte die internationale Verbundenheit und hinterließ bei Publikum und Teilnehmern nachhaltige Eindrücke.
In den folgenden Jahren setzte der Verein seine vielfältigen Aktivitäten fort. Neben den traditionellen Schützenfesten und Dorfveranstaltungen wurden zahlreiche Gemeinschaftskonzerte mit Chören und anderen Musikvereinen organisiert. 2003 erhielt Rehringhausen beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ eine Silbermedaille. Der Musikverein gestaltete die Ehrungsfeier musikalisch mit. Im gleichen Jahr konnte ein vergrößerter Probensaal im Gasthof „Zur Post“ in Betrieb genommen werden, der den gestiegenen Mitgliederzahlen Rechnung trug.
2004 etablierte der Verein gemeinsam mit den örtlichen Gesangsvereinen das erste Rehringhausener Ferkelfest. Musik, Geselligkeit und verschiedene Wettbewerbe machten die Veranstaltung zu einem besonderen Ereignis im Dorfkalender. Daneben sorgten das Blasorchester und die Big Band bei zahlreichen Schützenfesten, Jubiläen und regionalen Veranstaltungen für Stimmung und Unterhaltung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2005 auf den Vorbereitungen für ein außergewöhnliches Projekt. Mehrere Probenwochenenden dienten der Vorbereitung eines eigenständigen Konzerts in der Olper Stadthalle. Zahlreiche Musiker investierten Zeit und Engagement in die musikalische und organisatorische Planung dieses Vorhabens.
Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde am 11. März 2006 erreicht. Vor rund 800 Besuchern präsentierte der Musikverein erstmals ein eigenes abendfüllendes Konzert in der Olper Stadthalle. Unter dem Motto „Eine Dorfmusik im Wandel der Zeit“ wurde die Geschichte und musikalische Entwicklung des Vereins mit Musik, Fotos und Videobeiträgen dargestellt. Das Konzert fand große Anerkennung bei Publikum und Presse und bestätigte den Wandel zu einem leistungsfähigen symphonischen Blasorchester.
Das Jahr 2006 brachte jedoch auch einen schmerzlichen Verlust. Mit Ludwig Hoberg verstarb kurz vor seinem 80. Geburtstag das letzte aktive Gründungsmitglied des Vereins. Der Musikverein begleitete die Beerdigung seines langjährigen Weggefährten und erwies ihm damit die letzte Ehre.
Eine weitere bedeutende Veränderung erfolgte 2007. Nach 21 Jahren gab Dirigent Reinhard Christes aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock ab. Unter seiner Leitung hatte sich der Musikverein musikalisch entscheidend weiterentwickelt. Sein Nachfolger wurde Christoph Scheppe, zuvor Flügelhornist und Vizedirigent des Orchesters. Gleichzeitig wurde die Jugendarbeit weiter intensiviert. Regelmäßige Schnupperproben sollten Kinder und Jugendliche für die Blasmusik begeistern. Mit der Gründung des Blechbläser-Ensembles "Tiggeses Brass" in 2007 wurde der Musikverein Rehringhausen um eine weitere Attraktion bereichert.
Im Jahr 2008 führte das Orchester des Musikvereins Rehringhausen erstmal das Konzert anlässlich des Olper Schützenballs aus. Zudem wurde mit dem Perspektivorchester ein wichtiger Baustein der Nachwuchsförderung geschaffen. Junge Musiker erhielten damit die Möglichkeit, erste Erfahrungen im gemeinsamen Orchesterspiel zu sammeln und schrittweise an das große Blasorchester herangeführt zu werden. Diese Investition in die Zukunft erwies sich bereits 2009 als Erfolg, als das Perspektivorchester seinen ersten viel beachteten öffentlichen Auftritt absolvierte.
Die Planungen für das anlässlich des 60-jährigen Jubiläums im Folgejahr vorgesehene Kreismusikfest starteten in 2009 unter großer Anteilnahme der Musiker in seine entscheidende Phase. Im Herbst des Jahres 2009 fand unter dem Titel "Aus der neuen Welt" erneut ein Konzert in der Olper Stadthalle statt.
Die 2010er Jahre
Nach der Teilnahme am 85-jähringen Jubiläum des Männergesangvereins Rehringhausen Anfang des Jahres 2010 richtete der Musikverein rund um das 1. Mai-Wochenende zum zweiten Mal nach 1990 ein Kreismusikfest aus. Nach dem Totengedenken und dem Kommers spielte am Freitagabend die Kölner Tanzband "Lecker Nudelsalat" zum Tanz in den Mai auf. Am folgenden Samstag nutzen zahlreiche Wanderer das hervorragende Wetter für einen Besuch des Festzelts, in dem fünf Gastvereine und das Perspektivorchester ihr Können unter Beweis stellten. Zum Abschluss des zweiten Festtages spielte dann noch der Musikverein Neuenkleusheim zur Unterhaltung auf. Der Sonntag begann mit einer Heiligen Messe unter musikalischer Begleitung des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Olpe. Nachmittags besuchten weitere zehn Gastvereine die rehringhausener Musiker und begeisterten nach dem Sternmarsch beim Bühnenspiel die zahlreichen Gäste. Den Abschluss der Feiertage machte der Musikverein Rahrbach mit Unterhaltungsmusik. Dank der großen Unterstützung seiner Mitglieder, der Dorfbewohner, Freunden und natürlich der Musikerfrauen und -männer war es dem Musikverein wieder einmal möglich, ein so großes Fest in Eigenregie zu veranstalten.
Zu den wichtigsten Ereignissen in 2011 gehörten ein Festkonzert in der Martinuskirche Olpe sowie das Jahreskonzert unter dem Motto "Grün" in Altenkleusheim. Zudem absolvierte das Perspektivorchester sein erstes eigenständig veranstaltetes öffentliches Konzert. Der Verein gestaltete u.a. zahlreiche Schützenfeste, kirchliche Veranstaltungen sowie das 700-jährige Stadtjubiläum Olpes musikalisch mit. Besonders hervorzuheben ist der Tod des Gründungsmitglieds und ehemaligen Dirigenten Hubert Adam, dem der Verein in besonderer Weise gedachte. Darüber hinaus engagierten sich Orchester, Big Band und „Tiggesses Brass“ bei zahlreichen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen der Region.
2012 wurde der Musikverein erstmals für die Marschmusik beim großen Bürgerschützenfest in Neuss verpflichtet. Besonders bei der Gruppe der sog. "Neuss-Schläfer" fand das viertägige Event großen Anklang, sodass das Fest in sieben weiteren Folgejahren musikalisch mitgestaltet wurde. Ende des Jahres 2012 stand erneut ein Konzert in der Olper Stadthalle auf dem Programm. Unter dem Titel "Männer" wusste das Orchester abermals zahlreiche Zuhörer zu begeistern.
In den nächsten Jahren stach besonders der Vereinsausflug nach Speyer in 2014 hervor, bevor im Frühjahr 2016 ein Highlight auf dem Programm stand: Beim Jahreskonzert "Comedy in Harmony" wurde Musik mit kabarettistischen Beiträgen von Cilly Alperscheid verbunden. Über 600 Besuchern erlebten einen äußerst unterhaltsamen Abend in der Olper Stadthalle.
Das Jahr 2017 begann mit dem Rosenmontagsumzug in Köln. Die Musikerinnen und Musiker verkleideten sich mit dem Kostüm der Prinzengarde und sorgten auf den Straßen der Domstadt für ausgelassene Stimmung. Im gleichen Jahr wurde ein gemeinsames Jugendorchester mit Nachwuchsmusikern aus Rehringhausen und Rahrbach ins Leben gerufen.
Zum zweiten Mal nach zehn Jahren wurde das Orchester des Musikvereins Rehringhausen im Januar 2018 für den Olper Schützenball engagiert.
In 2019 fand in der Schützenhalle Altenkleusheim das Konzert "Unsere Lieblinge" statt, bei dem die einzelnen Register ihre musikalischen Lieblingsstücke präsentierten.
Die 2020er Jahre
Die Jahre 2020 und 2021 waren sehr stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Bereits im März 2020 mussten Proben, Konzerte, Schützenfeste und zahlreiche weitere Veranstaltungen abgesagt werden. Der Musikverein reagierte mit alternativen Angeboten wie virtuellem Musizieren, digitalen Oster- und Weihnachtsgrüßen sowie kleinen Auftritten unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen. Nach einer zeitweisen Wiederaufnahme des Probebetriebs im Freien folgte im Herbst erneut ein Lockdown. Trotz der Einschränkungen blieb der Verein aktiv und gestaltete verschiedene Freiluft-Ständchen und Gartenkonzerte. Am 8. Juli 2020 beging der Musikverein sein 70-jähriges Bestehen, konnte dieses Jubiläum jedoch pandemiebedingt nicht offiziell feiern.
In 2021 konnten zahlreiche Veranstaltungen ebenfalls zunächst nicht stattfinden, und der Probenbetrieb war über längere Zeit ausgesetzt. Ab Juni wurden unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln wieder Proben im Freien durchgeführt, später auch wieder im Vereinslokal. Musikalisch gestaltete der Verein unter anderem Platzkonzerte für die Schützenvereine, deren Schützenfeste erneut ausfallen mussten. Die traditionelle Weihnachtsfeier durfte erstmals wieder stattfinden.
Das Jahr 2022 war die Rückkehr zu einem weitgehend normalen Vereinsbetrieb nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Endlich konnten wieder Schützenfeste, kirchliche Veranstaltungen, Hochzeiten und Jubiläen gefeiert werden. Die von vielen befürchtete Reduzierung der Mitgliederzahlen, insbesondere die Anzahl der Orchestermitglieder blieb glücklicherweise, auch Dank der zahlreichen alternativen Aktivitäten während der Lockdowns, aus. Dennoch hatte die Pandemie Auswirkung auf die Nachwuchsarbeit, da monatelang keine entsprechenden Angebote stattfinden konnten.
Christoph Scheppe gab nach 15-jähriger Tätigkeit als Dirigent 2022 bekannt, dass er zukünftig wieder in den Reihen des Orchesters als Flügelhornist aktiv sein möchte. Demzufolge war der Jahresbeginn 2023 geprägt vom Abschiedskonzert für Christoph Scheppe. Unter dem Titel "Zugabe" wurde in der Biggeseehalle Sondern die Taktstockübergabe eingeleitet. Im weiteren Verlauf des Jahres folgten neben den gewohnten Schützenfesten u.a. die Jubiläumsveranstaltungen in Neuenkleusheim und Wegeringhausen sowie ein Vereinsausflug nach Trier, an dem der designierte neue Dirigent Dr. Frederik Linn bereits voller Freude teilnahm.
Dieser gab sein erstes Konzert als Dirigent des Musikvereins Rehringhausen im darauf folgenden Jahr 2024. Unter dem Titel "Made in Europe" übernahm er offiziell in der vollbesetzten Schützenhalle Altenkleusheim den Taktstock von Interims-Dirigent Sebastian Schmidt, der das Orchester in der Übergangsphase zwischen Christoph Scheppe und Frederik Linn geleitet hatte.
Das Jahr 2025 stand dann ganz im Zeichen des 75-jährigen Bestehens des Musikvereins sowie des 50-jährigen Jubiläums der Tanzmusik. Gefeiert wurde mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe. Zunächst fand unter dem Motto "Kopfkino" das Jahreskonzert des Orchesters in der Stadthalle Olpe statt. Wenige Wochen später folgte das zweite Highlight des Jubiläumsjahres: Auf dem Schützenplatz in Rehringhausen wurde im Rahmen einer großen Open-Air-Veranstaltung mit zahlreichen Gastvereinen und der Tanzband Simply Live aus Neuenkleusheim der 75. Geburtstag ausgiebig gefeiert. Selbst das aufziehende Unwetter tat der Stimmung keinen Abbruch. Das Jubiläumsjahr abschließend fand im Herbst auf dem Fahlenscheid ein Festwochenende statt. Freitagabend sorgte die Tanzmusik anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens für gute Stimmung, bevor das große Orchester am darauf folgenden Sonntag zu Messe und Frühschoppen aufspielte.
Da die Hüttentage auf dem Fahlenscheid so großen Anklang fanden, wurde die Veranstaltung im darauf folgenden Jahr 2026 wiederholt. Erneut hatte der Musikverein großes Vergnügen bei Tanzmusik und Frühschoppen.